Im Interview: Braumeister Peter Kowalsky

„Man muss in seiner eigenen Kraft bleiben, sonst kann man nicht mehr reagieren“

Mit dem väterlichen Brauunternehmen am Rande der Existenz. Zehn Jahre intensive Forschung und Entwicklungsarbeit an einer gesunden Bio-Limonade. Jahrelang belächelt – plötzlich Unternehmer des Jahres, Marke und Produkt des Jahres sowie zahlreiche Öko-Preise. Dann ein Kampf David gegen Goliath, dessen Ausgang eigentlich von vornherein feststand. Peter Kowalsky, Mitentwickler und -begründer des Kultgetränks Bionade ist einer, der immer wieder aufsteht. Im persönlichen Gespräch hat er uns erzählt, woher er die Kraft dazu nimmt und was seine wichtigsten Erkenntnisse aus den Erfahrungen mit Bionade sind.

 

EREIGNISHAUS: Fangen wir einmal ganz vorne an. Ursprünglich hat Ihre Familie eine Brauerei betrieben. Wie entstand die Idee für Bionade?

Peter Kowalsky: Ich bin tatsächlich von Beruf Braumeister, also Diplom-Brauingenieur, und Lebensmitteltechnologe. Nach meinem Studium bin ich in die väterliche Brauerei eingestiegen. Der Brauereimarkt war damals schon rückläufig und wir haben frühzeitig nach Alternativen gesucht, für die wir unser Equipment und unser Know-how nutzen können. Wir wollten eine zeitgemäße Limonade machen, mit wenig Zucker und Biozutaten – also das Gegenteil von Coca-Cola und Co. Die Ursprungsidee war, Bionade als Franchise-Lizenz auch anderen Brauereien anzubieten, ihnen somit eine Alternative zu den sinkenden Bierabsätzen vorschlagen zu können. Damit wollten wir gleichzeitig die Wertschöpfung in den Regionen stärken – aber auf internationaler Ebene. Deshalb hat die Entwicklung des Produktes auch viele Jahre gedauert. In der Zwischenzeit mussten wir, um unsere Wirtschaftlichkeit zu erhalten, auch ganz andere Tätigkeiten machen. So haben wir zum Beispiel lange Zeit eine Disco betrieben. Aber wir haben immer an unsere Idee geglaubt.

EREIGNISHAUS: Wann hatten Sie Ihren Durchbruch mit Bionade?

Peter Kowalsky: Im Jahr 2000 haben wir gemeinsam mit einem guten Freund das Konzept der gebrauten Limo noch einmal komplett überarbeitet und dann sind wir vorsichtig an den Markt gegangen. 2005 sind die ersten Medien auf uns aufmerksam geworden und wir hatten unseren Break-even. Ein echter Meilenstein war die TV-Ausstrahlung eines Galileo-Beitrages über uns. Die haben in verständlichen Worten erklärt, was das Besondere an Bionade ist. Der Beitrag hat einen regelrechten Nachfrageboom ausgelöst. Im Laufe des folgenden Jahres haben dann viele Medien über uns berichtet, wir wurden zur Marke des Jahres gewählt, erhielten einen Öko-Preis und ich wurde zum Unternehmer des Jahres gewählt. Zu dieser Zeit entstand auch in Deutschland der Bio-Hype; das hat uns in die Karten gespielt. Außerdem entstand eine Art Stolz in Deutschland, eine eigene Limo zu haben. 2007 war unser erfolgreichstes Jahr. Unser Marktanteil war so groß wie der von Fanta. Wir hatten damals große Pläne.

EREIGNISHAUS: Und nach diesem rasanten Aufstieg kam dann der Fall. Kann man das so sagen?

Peter Kowalsky: 2008 ist ein befreundetes Unternehmen, das Anteile an Bionade hielt, in die Insolvenz gerutscht. Das war der Auslöser der folgenden Ereignisse. Insgesamt waren 23 Banken beteiligt, die sich einig waren, den Anteil der Firma zu verkaufen, um von dem Erlös das Sanierungskonzept umsetzen. Im Zuge dieser Debatte bekamen wir in der Presse ein negatives Image. Die Öffentlichkeit dachte, wir hätten schlecht gewirtschaftet. 2009 kam dann Dr. Oetker an Bord und hat die Anteile gekauft. Wir konnten kommunikativ überhaupt nicht mehr vermitteln, warum ein Öko-Unternehmen mit Dr. Oetker zusammengeht. Außerdem passten unsere Welten nicht zusammen. Wir wollten keinen Massenmarkt, sondern ein Getränk für eine bessere Welt – nicht für das Geldsäckel. Wir, also meine Mutter, mein Vater und ich, waren von Anfang an chancenlos in dieser Kombination. Letztendlich haben wir mit einer Abfindung unser eigenes Unternehmen verlassen. Oder besser: Wir wurden rausgeworfen. Denn wir haben ja immer noch auf dem Brauereigelände gewohnt. Auf einmal war alles weg.

EREIGNISHAUS: Wie haben Sie sich in dieser Zeit gefühlt?

Peter Kowalsky: Wir sind ja viele Jahre belächelt worden als die, die es eh nicht hinkriegen. Man nahm uns nicht für voll. Dann konnten wir allen beweisen, dass es doch funktioniert und darüber haben wir uns definiert. Das war hart, als man uns das genommen hat. Es hat uns emotional extrem getroffen. Wir hatten viele Jahre für Bionade gekämpft und immer wieder Geldsorgen, ehe der Erfolg kam. Das hatte bereits an unseren Reserven gezerrt. Jetzt, im Nachhinein, war die Zeit nach dem Ende mit Bionade eine wichtige Erfahrung für uns. Wir mussten uns noch einmal überlegen, wer wir sind, was wir wollen und was wir können. Ich habe in dieser Zeit zwei Dinge gelernt: Es lohnt sich nicht, dem Geld hinterherzurennen und: Wenn man am Ende seiner Kraft ist, hat man die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen, die nicht schön sind, aber getroffen werden müssen.

EREIGNISHAUS: Was hat Ihnen die Kraft gegeben, wieder aufzustehen?

Peter Kowalsky: Eine ganze Weile erst einmal gar nichts. Dann habe ich 2012 INJU kennengelernt, eine Schweizer Rezeptur, von zwei Pharmazeuten entwickelt. Diese Rezeptur unterstützt die Leistungsfähigkeit des Körpers auf Zellbasis mit kraftgebenden Pflanzenstoffen. Mir ist heute klar, dass man in seiner eigenen Kraft bleiben muss, sonst kann man nicht mehr reagieren. Man kann nur Neues entdecken, wenn man selbst Energie hat und von sich selbst denkt: Ich schaffe das. Das ist echte Kraft. Künstliche Kraft, zum Beispiel durch Red Bull, funktioniert langfristig nicht. Man muss genug eigene Kraft haben, um dem eigenen Kompass folgen zu können. Das heißt, man muss sich überlegen, wie man sich und den Körper versorgt, um den Alltag auszuhalten.

EREIGNISHAUS: Wie funktioniert INJU?

Peter Kowalsky: INJU besteht ausschließlich aus natürlichen Ingredienzien wie Ginseng, Propolis, Ingwer, Kurkuma, Artischocke und Q10. Die Kombination setzt unmittelbar körpereigene Energie frei und bereitet die Stoffe so auf, dass sie bestmöglich vom Körper aufgenommen werden. INJU ist wieder einmal ein Gegenmodell zum Zeitgeist, zu künstlichen Energy Drinks, also ein ähnlicher Ansatz wie Bionade – so etwas kann ich.

EREIGNISHAUS: Sie haben also noch einmal Entwicklungsarbeit betrieben?

Peter Kowalsky: Ja! Ursprünglich wurde INJU gegen Krankheiten entwickelt. Ich habe es jetzt stärker im Lifestyle-Segment positioniert, habe es Hotels und Cafés angeboten. Inzwischen zeigen erste Handelsketten Interesse. Das Produkt ist 2015 marktfähig geworden mit einem Sortiment zur Stärkung des Immunsystems, der geistigen Leistungsfähigkeit und der körperlichen Leistungsfähigkeit. Ich stehe wieder ganz am Anfang. Mit Bionade hatten wir zum Schluss 350 Mitarbeiter. Am Anfang war ich mit INJU allein, hatte keine Mitarbeiter, keine Bekanntheit und keinen Distributionsapparat. Das Gute ist aber: Wenn man mit einem Produkt als Erster da ist, muss man zwar am längsten durchhalten, kann aber auch viel mitbestimmen. Heute ist es leichter als damals mit Bionade, es gibt Social Media und einen Foto-Hype. Das macht es einfacher, bekannt zu werden. Wenn die Entwicklung so anhält, trägt sich das Produkt nächstes Jahr selbst.

EREIGNISHAUS: Der Limo-Peter hat also wieder eine neue Limo?

Peter Kowalsky: So könnte man das sagen. Warten wir ab, wie die Dinge sich entwickeln.
 

EREIGNISHAUS: Herr Kowalsky, herzlichen Dank für das Gespräch.

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